Outtakes

Ich habe mir gedacht, dass es für euch Leser auch mal interessant sein würde, einige Szenen aus der Sicht von Nate zu lesen. Die Szenen werden mit der Zeit immer mehr werden :)

*Achtung Spoiler Gefahr*

Bevor ihr die Szenen lest, solltet ihr wenigstens Teil 1 meiner Reihe (Im Herzen ein Schneeleopard) gelesen haben.

 

 

Outtakes aus "Im Herzen ein Schneeleopard"

 

 

Szene 4 Ein grauenhafter Abend mit Sophie, doch dann traf ich Emma

 

 

Der Abend mit Sophie war eine Katastrophe. Ich saß gerade im Auto und fuhr vom Restaurant Sevens nach Hause. Ich wusste auch nicht, was ich mir dabei gedacht hatte. Sie war eine schöne Frau, keine Frage, aber nicht die Gesellschaft, die ich mir erhofft hatte. Ja, ich gebe zu, vielleicht war der Grund für das Treffen mit Sophie mein etwas angekratztes Ego gewesen, weil Emma für mich keine Zeit hatte. Da hatte ich so lange gezögert sie zu fragen, mich letztendlich doch dazu durchgerungen und dann lehnte sie einfach ab. Stattdessen verbrachte sie den Abend lieber mit Daniel. Wer war dieser Kerl überhaupt und wieso zog sie ihn mir vor?

In meinem Innern wusste ich, so war es besser. Ich durfte mich nicht verlieben, das was ich war, erlaubte mir nicht, eine Beziehung mit einem Menschen einzugehen. Jedenfalls sah ich das so und wenn ich ehrlich war, seit dem Unfall mit meiner Schwester, auch wenn ich mich vollkommen unter Kontrolle hatte, hatte ich Angst vor zu intensiver Nähe mit Menschen. Oder wollte ich im Allgemeinen keine Bindungen eingehen, weil ich Angst hatte, noch jemanden zu verlieren?

Ich wurde von meinen Gedanken abgelenkt, denn am Seitenrand sah ich Emmas Auto stehen. Schnell trat ich auf die Bremse und stieg aus. Sie war nicht da jedoch hatte das Auto glücklicherweise  Auto keinen Schaden, das hieß, Emma war nicht in einen Unfall verwickelt worden, trotzdem spürte ich wie mein Herz schneller schlug. Ich machte mir Sorgen und das lag auch daran, weil ein Gestaltwandler in diesen Wäldern unterwegs war. Für einen kurzen Moment verwandelte ich mich in einen Wolf und versuchte ihren Geruch zu finden. Sie schien an der Straße langgelaufen zu sein, wahrscheinlich wollte sie nach Hause. Sofort verwandelte ich mich zurück in einen Menschen, stieg in mein Auto ein und machte mich auf die Suche nach ihr. Das Adrenalin rauschte in meinen Adern, ich musste sie unbedingt finden und dann endlich, nach der Kurve, trafen die Schweinwerfer meines Autos auf Emma… sie war wohlauf.

 

 

Szene 3 In Summers Atelier

 

 

Ich stand in dem Atelier von Summer und beobachtete Emma, wie sie vollkommen fasziniert von einem Bild zum nächsten ging. Ich konnte nicht anders und musste lächeln. Ihre Augen strahlten so hell, obwohl sie nur in einem Raum voller Bilder stand. Nur wenige konnten ihre Freude nachvollziehen, nur wenige, zu denen ich mich ebenfalls zählte.

»Ist sie das?«, fragte Summer. »Ist sie die Gestaltwandlerin?« Summer gehörte auch zu uns Gestaltwandlern, ich hatte sie damals in meinem Studium kennengelernt. Zu dem Zeitpunkt wusste ich aber noch nicht, was ich war.

»Ehrlich gesagt, weiß ich das nicht. Ich habe versucht den Geruch des Gestaltwandlers aufzunehmen und zurück zu verfolgen, aber die Spuren sind ganz verworren, bisher kann ich noch nicht sagen, wer in dieser Kleinstadt ein Gestaltwandler sein könnte.«

Es machte mich nervös, dass ich den gesuchten Gestaltwandler noch nicht aufgespürt hatte. Ich wollte ihn finden und ausbilden, bevor noch etwas passieren würde.

»Und warum hast du sie dann zu mir gebracht?«, fragte Summer.

»Sie liebt Kunst und du bist eine Künstlerin. Da dachte ich, ich zeige ihr mal deine Bilder. Außerdem würde ich gerne eins deiner Gemälde kaufen.«

Sie hob bei meiner zu einfachen Erklärung die Augenbraue. »Ach, ja!? Also muss ich dich nicht an deine Regel erinnern nie etwas mit Menschen anzufangen?«

Lächelnd schüttelte ich den Kopf. »Du kennst mich und weißt, dass ich niemals meine eigenen Regeln verletzen würde.« Zumindest nicht bevor ich sie kennen gelernt hatte.

 

 

 

Szene 2 Am See

 

 

Ich hechtete durch das Gestrüpp, meine Nase war mir immer drei Schritte voraus. Ich war nicht mehr weit von meinem Haus entfernt, da nahm mein Riechorgan etwas anderes wahr als den typischen Geruch des Waldes. Es war eine Mischung aus Vanille, kombiniert mit einem sehr femininen wohl duftenden Eigengeruch. Ich blieb sofort stehen, weil ich wusste, was es zu bedeuten hatte. Hier war ein Mensch, um genauer zu sein, eine Frau und sie durfte mich auf keinen Fall so sehen.

Aus dem Dickicht heraus beobachtete ich sie eine Weile. Es war die junge Frau, die ich im Café gesehen hatte. Sie war ganz vertieft in ihre Zeichnung. Mit sanften Bewegungen führte sie den Bleistift über das Papier. Nur ab und zu unterbrach sie das Skizzieren, um den Blick über ihre Umgebung wandern zu lassen.  Als sie ihre Umwelt studierte, schien sie Dinge zu sehen, die anderen Menschen verborgen blieben - die Schönheit der Natur. Nicht viele hatten dafür einen Blick. Begierig saugten ihre Augen alles auf, um es wenig später auf ihren Block zu übertragen. Die Leidenschaft, die sie dabei zeigte, faszinierte mich. Ich konnte nicht anders, ich musste sie ansprechen.   

»Hallo«, begrüßte ich sie wenig später.

Sie zuckte merklich zusammen, verlor dabei ihren Stift und Block. Ihre schon von Natur aus sehr großen Augen weiteten sich noch vor Schreck.

»Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken«, sagte ich und hob schnell ihre Sachen auf, befreite sie vom Dreck und da fiel mein Blick auf ihre Zeichnung. Es war das Haus meines Grandpas, welches er mir vererbt hatte. Ihr Bild zeigte nicht bloß den See sowie das Haus, das am Ufer lag, sondern auch ihre Liebe zu diesem Ort konnte ich deutlich spüren.   

 

 

 

Szene 1 Das erste Treffen 

 

 

Alle Augenpaare waren auf mich gerichtet, als ich die kleine Bäckerei im Stadtzentrum betrat. Für die Einwohner hier war ich ein faszinierender Fremder, der etwas Abwechslung in diese Kleinstadt brachte. Wenn sie den wahren Grund für meinen Umzug wüssten… dann wäre die Aufregung noch um einiges größer. Für eine Sekunde traf mein Blick das Gesicht einer jungen Frau, eine Kellnerin, die daraufhin schüchtern ihre großen Rehaugen zu Boden senkte.  Ich wusste auch nicht warum, aber ihr süßes Gesicht weckte in mir das Bedürfnis sie kennenzulernen. Ich wollte sie gerade noch genauer mustern, erkennen was der Grund dafür war, doch plötzlich sprach mich ihre selbstbewusste Kollegin an und ich setzte mich an einen der freien Tische.

Erst als ich mit dem Essen fertig war, fand ich die Gelegenheit, mir die Frau noch einmal unbemerkt genauer anzuschauen. Sie war hübsch, jedoch nicht für diejenigen, die nur einen kurzen Blick auf einen Menschen warfen. Ihre Schönheit fiel erst auf, wenn man sich Zeit nahm, sie richtig anzusehen, durch ihre Unauffälligkeit durchzusehen. Ihre wunderschöne ebenmäßige Haut lud dazu ein sie zu streicheln, in ihren großen Augen wollte man versinken und die zarten Lippen mit Küssen… Ich riss meinen Blick von ihr los und starrte wieder auf mein Handy. Ich durfte nicht vergessen, warum ich hier war, ich durfte meinen Fokus nicht verlieren. Es ging nämlich nicht darum Frauen kennenzulernen!!

 

 

 

 

 

 

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